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Wunsch ist Wunsch
Nun, mein Kind, es ist soweit
Oster - ach nee Winterzeit.
Drum leg dich hin und lausche hier
eine Geschicht von mir erzähl ich dir.

Es begann vor vielen vielen Jahren
wo einst noch alle fröhlich waren.
Ich war ein Magier in nem kleinen Ort,
verzauberte Sachen mit bloßem Wort.
Die Menschen kam' in großen Scharen,
bestellten Waffen, kauften Sachen
und weil sie stets zufrieden waren
hatten wir ne Meng' zum Lachen.

Sie erzählten mir von vielen Dingen,
wie sie immer jagen gingen,
wo sie schon gewesen waren,
welche Taten sie vollbrachten,
wieviel Monster sie erlegten,
wann sie welche Hobbies pflegten,
wann die Oma schlafen geht...
Tag für Tag, von früh bis spät!

Doch eines Tages, zu später Stund,
ich weiss nicht mehr zu welcher,
tat sich eine Nachricht kund,
aus dem Mund des kleinen Melchior.
Geschwind ließ ich ihn zu mir bringen,
es war ein kleiner Bub mit Locken
und es wollt mir einfach nicht gelingen
ihm sein Geheimnis zu entlocken.

Er hielt sein kleines Händlein auf,
zeigte mit dem Finger drauf
und es fiel mir blitzschnell ein:
da sollte wohl ein Taler rein!
Meine Augen groß, doch ich gab nach
in der Hoffnung, dass er sprach.
So begann er dann in großen Tönen
sein Geschichtlein zu erzählen.

Er erzählte mir die größten Lügen,
sodass sich fast die Balken biegen.
Anspielungen hatte er viele drin,
wusst' er wohl, dass ich ein Zauberer bin?
In der Tat, er musste es wissen,
denn das nächste mich fast vom Stuhl gerissen:
Der größte Wunsch des kleinen Mann:
In der Näh zu sein: vom Weihnachtsmann.

Ich sagte zu ihm, im ruhigen Ton:
“Ist es wirklich das, was du willst, mein Sohn?
Hast du auch nicht gelogen? Hast du dir nicht die Wahrheit zurecht gebogen?”
Er schüttelte emsig seinen Kopf.
Ich sah durch die Augen in seinem Schopf,
was ich dort sah hat mich nicht mehr gewundert,
es war nicht nur eine Lüge... es waren hundert!

Ich nickte nur und sah ihn an,
in seinen Augen sah ich die Gier.
"Nimm den Pinsel, kleiner Mann
und mal' dir deine Nas' rot an!"
Dann schickte ich ihn fort von hier
mit einem Spruch zum Weihnachtsmann.

Wenn du in den Himmel schaust
und siehst den Weihnachtsmann,
vergiss nicht, ihm zu winken!
Und wenn du dann auf seine Rentier' schaust,
verkneife dir das Lachen dann
achte nicht auf das Rentier mit dem roten Zinken.

Und die Moral von der Geschicht:
Ob Rudolph, Melchior oder sonst wer
Lügen machen dir das Leben schwer!
Glaub' es oder glaub' es nicht,
jeder sieht dein wahr' Gesicht.
Am Ende lohn' sich Lügen nicht.
...Ende der Geschicht...

nach oben (C) 2006-2009 by Benjamin Taube nach oben